Blinder Fleck: Die Stromdebatte betrifft nur 26% der Gesamtenergie. Treibstoffe (35%), Gas (12%) und Heizöl (12%) sind zu nahezu 100% importiert — und werden in der Versorgungsdebatte fast nie erwähnt. Eigenproduktion deckt nur ~25% der Gesamtenergie.
02 · Primärenergiefluss
Von der Quelle zum Verbrauch 264 TWh
Woher kommt die Energie — und wo geht sie verloren, bevor sie ankommt?
Fossil importiertNuklear importiertInland erneuerbarVerluste vor Endverbrauch
Systemische Erkenntnis: ~64 TWh (24%) gehen schon vor dem Endverbraucher verloren — davon 33 TWh allein als Kernkraft-Abwärme. Im Haushalt verliert der Verbrennungsmotor nochmals ~75% als Wärme. Die reale Nutzungseffizienz der Primärenergie liegt unter 25%.
03 · Strom-Detail
Produktion vs. Verbrauch Saisonal
Schweizer Stromversorgung sieht im Jahresschnitt gut aus — im Winter bricht das Bild auf.
Strom/Tag ⌀
157 GWh
~157 Mio. kWh
Gesamtenergie/Tag
606 GWh
Strom + Fossil + Rest
Winter-Peak
200–230 GWh
Strom, Dez–Feb
Sommer-Min
115–140 GWh
Strom, Jul–Aug
❄ Winter (Dez–Feb) — Tagesbilanz Strom
Verbrauch
~210 GWh
Produktion CH
~130 GWh
Import nötig
~80 GWh
Defizit: ~38% des Tagesbedarfs aus Import
☀ Sommer (Jun–Aug) — Tagesbilanz Strom
Produktion CH
~220 GWh
Verbrauch
~125 GWh
Export
~95 GWh
Überschuss: ~76% des Verbrauchs exportiert
Strukturelle Asymmetrie: Im Sommer exportiert die Schweiz täglich ~95 GWh. Im Winter fehlen täglich ~80 GWh. Der Jahresüberschuss verschleiert die winterliche Verwundbarkeit.
Ø Strom (Stunde)
6.6 GW
Jahresdurchschnitt
Winter-Peak
10–12 GW
Morgen-/Abendramp
Sommer-Min
4.5–5.5 GW
Nacht, Jul–Aug
80%-Bandbreite
5–11 GW
80% aller Stunden
Typisches Tagesprofil Strom (GW) — Winter vs. Sommer
Winter (Jan)Sommer (Jul)CH Basisproduktion ~8 GW
Kritisches Fenster: Morgen- und Abendrampe im Winter (06–09h, 17–20h) übersteigen regelmässig die inländische Grundproduktion. Dann entscheidet das europäische Netz — oder eben nicht.
04 · Import-Abhängigkeit
Wovon ist die Schweiz abhängig?
Bei Treibstoffen, Gas und Heizöl: 100% importiert. Kein Inland, kein Backup.
Treibstoffe
100 %
importiert (78 TWh)
Erdgas
100 %
importiert (27 TWh)
Heizöl
100 %
importiert (26 TWh)
Strom (Jahresschnitt)
+14 TWh
Export — aber Winter: –7 TWh
Import-Abhängigkeit nach Energieträger (%)
75% Gesamtimport: Inkl. Kernbrennstoffe (100% importiert), Kohle und alle Mineralölprodukte ist die Schweiz bei ~75% ihrer Primärenergie auf Importe angewiesen. Die vieldiskutierte Stromautarkie betrifft nur den kleinsten und günstigsten Teil des Problems.
05 · Haushalt & Resilienz
Was bedeutet das für dich?
Wo bist du direkt betroffen — und was kannst du tun?
Kritisch: Heizung
Ölheizung oder Gasheizung: Bei Lieferstopp kein Betrieb möglich. Haushalte mit Gasheizung tragen 100% Import-Risiko.
Beobachten: Mobilität
100% Treibstoff importiert. Lokale Vorräte bei Krise: max. 30–60 Tage. Elektroauto reduziert Abhängigkeit, erhöht Strom-Nachfrage.
Potential: Strom
Strom ist der einzige Bereich mit Eigenproduktion. Solar + Speicher reduziert Winter-Netz-Abhängigkeit. Höchster Resilienz-Hebel.
Resilienz-Priorität: Weg von Öl/Gas (Heizung, Mobilität) → hin zu Strom + Solar. Nicht nur ökologisch — sondern versorgungssicher. Siehe auch: Resilienz-Check Hebel 4 & 7 →
06 · Kurzzeit-Resilienz
Energie-Notfall Checkliste
Was schützt dich bei einem Versorgungsunterbruch — heute, diese Woche?